Andro-(S)ex

Schon seit Wochen hatte Erwin ein ziehendes Gefühl in beiden Hoden verspürt. Aber über so etwas denkt man als Mann lieber nicht nach. Und sprechen tut man darüber erst recht nicht. Aber als er dann an einem Samstag Abend in der Badewanne lag und sich an das Einschäumen seines besten Teiles machte, da erschrak er ganz furchtbar. Er hatte zwar noch nie einen Riesenhammer gehabt, aber was jetzt zwischen seinen Beinen schwamm, war eindeutig kleiner als früher. Aber das konnte doch nicht sein, ein Penis konnte doch nicht einfach so schrumpfen! Badete er vielleicht zu kalt? Er drehte das heiße Wasser auf, bis er sich wie ein Hummer im Kochtopf rot verfärbte, aber ohne Erfolg. Er maß mit den Augen, er maß mit den Fingern, er rubbelte an Klein-Erwin, bis er trotz seiner besorgten Verfassung eine Erektion in den Händen hielt, die er ebenfalls vermessen konnte. Aber er kam immer zu dem gleichen Ergebnis, ihm fehlten mindestens drei Zentimeter! Auch die Hoden erschienen ihm geschrumpft, zwei kleine Eierlein ohne Saft und Kraft. Es war eine wahrhaft alptraumhafte Situation. Lange Zeit lag er in der Wanne, bis er sich furchtsam und beschämt mit einem großen Badetuch verhüllte und in das Schlafzimmer schlich. Beate durfte keinesfalls etwas merken.

Diese lag schon im Bett, hatte den Fernseher eingeschaltet und glotzte eine Sitcom-Folge. "Oh Gott, laß sie nicht ausgerechnet heute an Sex denken" betete Erwin, als er sich vorsichtig, seinen Schambereich vor ihr verbergend, des Handtuchs entledigte und unter die Decke schlüpfte. Zuerst wagte er sich fast bis in die Mitte des Bettes, aber als Beate sich in seine Richtung bewegte, rutschte er weiter und weiter an den Rand. Sie schien etwas zu spüren und folgte ihm beharrlich nach. "Ach Erwin," gurrte sie, seine schlimmsten Ängste bestätigend, "weißt Du, woran ich denke?" Panik durchflutete ihn, er wollte sich zur Seite drehen, doch sie war schon über ihm und presste ihre Brüste fest gegen seinen Körper. Was war geschehen? Sonst gab er immer den Ton an beim Sex, schalt sie, weil sie so selten wollte. Und jetzt, ausgerechnet heute, fiel sie über ihn her, wie eine Spinne über ihr schwächliches, todgeweihtes Männchen. Verzweifelt stellte er sich Pamala Anderson in eindeutigen Posen vor, um nicht zu versagen. Beate schien nichts zu bemerken. Ihre Hände fanden den Weg zwischen seine Beine und ergriffen seine butterweiche Erektion. "Wo ist er denn, der Kleine" rief sie kichernd aus. Erwin spürte, wie ihm das Blut in das Gesicht schoß und sich aus anderen Bereichen seines Körpers zurückzog. Aber auch das kümmerte Beate nicht. Sie stopfte sich das, was von seinem Ständer übrig war, in ihre seltsamerweise schon durchnäßte Spalte und rutschte wie wild auf ihm herum. Ohnmächtig in ihrem Klammergriff gefangen mühte er sich redlich, seine Männlichkeit zu beweisen. Aber erst lange nach ihrem Höhepunkt gelangte er durch harte Arbeit zu einem schwächlichen Orgasmus, den er peinlicherweise auch noch mit mehreren hohen "Hi-Hi"-Lauten begleitete. Danach ließ Beate von seinem gepeinigte Körper ab, ein seltsam-zufriedenes Lächeln auf ihrem Gesicht.

Jetzt endlich konnte Erwin sich zur Seite drehen. Entwürdigt kam er sich vor, mißbraucht, seiner Kraft und Herrlichkeit beraubt. Lange Zeit noch lag er wach, immer wieder griff er sich in den Schritt, vergeblich auf ein Wunder hoffend. "Es ist nur ein böser Traum" sagte er sich "Morgen früh wache ich auf und alles ist wieder gut". Aber auch das erste hoffnungsvolle Tasten nach einer alptraumgeplagten Nacht erbrachte ein katastrophales Ergebnis. Am Frühstückstisch war er kleinlaut und deprimiert, während Beate gute Laune versprühte. "Komm Schatz, iß noch ein Brötchen, damit Du groß und stark wirst." sagte sie, als sie seinen mangelnden Appetit bemerkte. Panik und Mißtrauen schoss in ihm auf. Konnte es sein, dass Sie etwas bemerkt hatte, dass sie ihn quälte? Aber nein, so ein Quatsch, so etwas würde Beate, die brave, angepasste, niemals tun. Paranoia war das letzte, was er jetzt noch brauchen konnte. Er murmelte etwas von Kopfschmerzen und Nicht-Wohl-Fühlen und ging Beate an diesem Tag, wo er nur konnte, aus dem Weg.

Am Abend, in Erwartung des Champion-League-Spiels konnte er seine verzweifelte Lage beinahe verdrängen. Fast schon behaglich fühlte er sich, in dem Fernsehsessel lümmelnd, eine Schale voller Erdnüsse und 4 Bierdosen vor sich auf dem Tisch. Doch dann kam Beate herein, ergriff die Fernbedienung und redete irgendetwas von einem Film mit Brad Pit. Und sie schaltete um! Erwin konnte es nicht fassen. Zu schockiert um wirklich verärgert zu sein erhob er sich und stammelte "Was, was, was machst Du?" Beate sah ihm voll in das Gesicht. "Ich möchte den Film mit Brad Pit sehen!" "Ja, aber, das Spiel..." "Die Zusammenfassung kannst Du später noch sehen. Der Film wird aber nicht wiederholt. Du glaubst wohl, bloß weil Du einen dicken Schwanz hast, kannst Du jeden Tag das Fernsehprogramm bestimmen! Aber nein, mein Lieber, so läuft es nicht." Bei der Erwähnung seines Gemächtes zuckte Erwin zusammen. Alle Kraft, aller berechtigte Ärger verließ ihn und besiegt sank er, schwächlich Proteste murmelnd, in seinen Sessel. Der Film war eine Qual. Brad Pit ohne T-Shirt. Ein blöder Schönling. Aber er hatte sicher einen großen, dicken Dödel. Erwin sah, wie Beate den Schauspieler anhimmelte und kam sich im wahrsten Sinne des Wortes klein vor. Später blieb er lange genug auf, um sicher zu sein, dass Beate eingeschlafen war. So groß war seine Angst vor einer erneuten Runde Sex.

Am Montag Morgen meldete er sich heimlich krank und ging zu Dr. Schüttler, einem Urologen. Mit dem Verweis, es sei ein dringender Notfall, erhielt er einen schnellen Termin. "Nun, wo fehlt es uns denn" fragte der Arzt, ein dicker, älterer Mann im weißen Kittel, leutselig. "Mein Penis ist geschrumpft, Herr Doktor" brach es aus Erwin heraus. Der Urologe runzelte die Stirn. "Und wie schnell ist das passiert" fragte er. "Innerhalb einiger Wochen." "Hm, so schnell. Dann wollen wir uns das doch mal ansehen. Bitte machen Sie sich frei." Verschämt zog Erwin Hose und Unterhose herunter. Der Arzt besah sich Penis und Hoden und grabbelte ein wenig an ihnen herum. "Also für mich sieht alles normal aus." sagte er "Natürlich gibt es größere, aber Sie wissen doch, schon die Länge eines kleinen Fingers reicht völlig aus, um eine Frau zu befriedigen. Und dagegen ist Ihrer doch ein Prachtkerl". "Aber Sie verstehen nicht, Herr Doktor. Letzten Monat noch war er viel größer, das weiß ich sicher." "Junger Mann, Sie sind ja völlig durcheinander. Ein Penis schrumpft nicht einfach so. Wissen Sie, im Leben eines jeden Mannes kommt der Tag, an dem er sich Gedanken über die Größe macht, das ist ganz normal. Da ist man vielleicht psychisch belastet, oder man hat eine neue Freundin, oder fühlt sich seiner Arbeit nicht gewachsen. Und schon projiziert man seine ganzen Ängste in sein bestes Stück. Das ist nur eine vorübergehende Phase. Ich kann Ihnen da die Adresse eines Kollegen aus einem anderen Fachgebiet geben, der Ihnen das noch viel besser erklären kann..." Erwin hörte gar nicht mehr zu. Widerstandslos ließ er sich von Dr. Schüttler einen Zettel mit dem Namen eines Psychiaters in die Hand drücken und verließ die Praxis. Den Rest des Tages irrte er ziellos in der Stadt umher.

Als er abends nach Hause kam, wartete Beate schon mit dem Abendessen auf ihn. Erwin wußte, dass er jetzt die letzte Möglichkeit hatte, sie wegen ihres ungebührlichen Benehmens am Vortag zur Rede zu stellen. Aber er konnte es nicht, zu groß war sein Unbehagen bei dem Gedanken, sie könnte seinen Penis erneut erwähnen. So saß er still und blaß am Essenstisch und vermied es, Beate direkt anzusehen. Sie wiederum war sanft und nett, bemühte sich sichtlich um ihn. Auch wenn er eigentlich verärgert hätte sein sollen, so tat ihm ihre Zuwendung gut, linderte seine Angst. Seine Sehnsucht nach Zuspruch und Trost führte schließlich dazu, dass er versuchte, sein Problem anzusprechen: "Sag mal, ist Dir in der letzten Zeit etwas aufgefallen beim Sex? Ich weiß, es hört sich blöd an, aber ich habe das Gefühl..." Nein, dass sein bestes Stück schrumpfte, konnte er nicht aussprechen! Er holte tief Luft. "Ich meine, bist Du zufrieden mit mir. Passt alles, körperlich meine ich?" Sie sah ihn an und Heiterkeit schien aus ihren Augen. Nein! Sie würde doch nicht etwa lachen! Das tat sie zwar nicht, aber was sie sagte, war beinahe ebenso schlimm. "Ach Erwin, machst Du Dir etwa Sorgen wegen Deinem Penis? Ich weiß, Ihr Männer seid da so empfindlich. Sei unbesorgt, Du hast zwar nicht den Längsten, aber weißt Du, schon einer von der Größe eines kleines Fingers reicht aus, um eine Frau zu befriedigen." Erwin sackte in sich zusammen, unfähig weiterzusprechen, während Beate gutgelaunt den Tisch abräumte. Schon wieder dieser kleine Finger. War er wirklich schon so weit, dass man sein mächtigstes Teil mit einem kleinen Finger vergleichen konnte? Und wie konnte Beate so zielgerichtet sein Problem ansprechen, fast so, als wisse sie genau Bescheid? Was ging da vor?

Die Tage vergingen. Erwin versuchte mit der schrecklichen Situation zurechtzukommen. Jeden Morgen schlich er sich zitternd in das Badezimmer, mit Lineal und Notizbuch bewaffnet, auf ein Wunder hoffend. Aber das Gegenteil geschah, alle 2-3 Tage schien erneut ein halber Zentimeter zu fehlen, bis sich sein Schwanz bei einer kläglichen Kürze stabilisierte. Und mit dem Länge seiner Männlichkeit verlor er seine Kraft und Durchsetzungsfähigkeit. Beate hingegen, der er das Aufbegehren eigentlich schon abgewöhnt hatte, wurde immer bestimmender. Wollte er sich durchsetzen, sie in ihre Schranken weisen, so genügte eine Erwähnung seiner Geschlechtlichkeit durch sie und ihn verließ aller Kampfesmut. Eines Tages fand er sich sogar beim Geschirrspülen wieder, zu schwach, auch nur einen Teller "aus Versehen" fallen zu lassen. Das schlimmste aber war der Sex. Immer wieder fiel Beate, ganz gegen ihre Gewohnheit, über ihn her, gierig ihn benutzend, ihn reitend wie einen hilflosen Knaben. Seine Angst zu versagen war furchtbar, ließ ihn jeden Gedanken an eine Gegenwehr vergessen. Statt eines prallen Pimmels konnte er oft nur einen "Halbseidenen" vorweisen. Doch das störte Beate nicht, ganz im Gegenteil. Sie schien es zu genießen, ihn so ausgeliefert, ängstlich und wehrlos zu sehen. Es war, als ob dieser Zugewinn an Macht sie berauschte und erregte.

Tagsüber war Beate lieb zu ihm, aber auf eine mütterlich, keinen Widerspruch duldende Art. So brachte sie ihm zum Beispiel kleine Probiertuben Rasiercreme mit und bestand darauf, dass er sie täglich benutzte. Er tat das ungern, denn sie rochen seltsam und außerdem schien sein Bartwuchs sowieso geringer geworden zu sein. Sie kam ihm stets so zufrieden vor, gut gelaunt und heimlich amüsiert. Im Verborgenen wurde sein Mißtrauen gegen sie immer größer. Aber er wagte nicht, es zu äußern. Was hätte er auch sagen sollen? "Liebling, hast Du meinen Penis geschrumpft?" So eine Frage war verrückt, eine Eintrittskarte für die Irrenanstalt. Obwohl, eigentlich wurde ihm der Gedanke an Wahnsinn immer sympathischer. Vielleicht war ja das die Lösung, vielleicht war er einfach nur völlig durchgedreht. Lieber verrückt sein, als eines Tages ohne Pimmel aufzuwachen.

So fasste den Entschluss, den Psychiater aufzusuchen, den ihm der Urologe empfohlen hatte. Im Sprechzimmer erwartete ihn ein mittelalter, leicht gelangweilter wirkender Mann im Jackett. "Ho, Ho," meinte der Arzt, nachdem Erwin sein Problem offen geschildert hatte, "jetzt machen Sie sich mal keine Sorgen. Wie groß ist er denn nun, der Penis? Äh, im erigierten Zustand? Nun ja, das ist wirklich nicht allzu lang. Aber wissen Sie, schon die Länge eines kleinen Fi..." "Ich kann diesen Spruch nicht mehr hören!" heulte Erwin los. "Gut, gut, nur die Ruhe! Das ist doch kein Grund sich aufzuregen. Sehen Sie, ein Penis schrumpft doch nicht einfach so. Und die Länge Ihres Gliedes passt doch sehr gut zu Ihrer eher etwas, hm, femininen Art." "Zu meiner was?" Erwin war schockiert. Er hatte sich immer als besonders männlich gesehen. "Na sehen Sie doch. Ihre Körperformen, leicht gerundet. Und einen kleinen Brustansatz haben Sie auch." Unwillkürlich fasste sich Erwin an die Brust. Verdammt, es stimmte! Wo kam das Fettgewebe her? "Na kommen Sie, so schlimm ist das doch gar nicht. Manche Männer haben halt etwas mehr weibliche Hormone als andere, und das drückt sich dann auch im Körper aus. Freuen Sie sich darüber, entdecken Sie Ihre feminine Seite, nehmen Sie an einem Strickkurs teil, oder wie immer man das macht." Der Arzt stand auf und dirigierte den paralysierten, um Fassung ringenden Erwin aus dem Sprechzimmer heraus. "Ach, nur um ganz sicher zu sein, dass alles in Ordnung ist, können Sie sich ja einmal bei Ihrem Urologen die Hormone bestimmen lassen." Und schwupps, schloß sich die Tür und Erwin blieb nichts anderes übrig, als die Praxis zu verlassen.

Zu Hause verkroch er sich in seinem Arbeitszimmer. Beate war nicht daheim, sie ging in letzter Zeit viel aus, zu irgend einer Frauengruppe. Gerundete Körperformen, Brustansatz. Minipimmel. Und kaum noch Bartwuchs. Mangelnde Aggressivität, kein Durchsetzungsvermögen. Irgendetwas grauenhaftes ging vor mit ihm, er verlor seine Menschlichkeit, schlimmer noch, seine Männlichkeit! Irgendjemand musste dafür verantwortlich sein. Die einzige, die davon einen Vorteil zu haben schien, war Beate. Hatte sie ihn verhext? Oder vergiftete sie ihn langsam? Und wenn ja, was konnte er dagegen tun? Einer Auseinandersetzung mit ihr war er in seinem jetzigen Zustand nicht gewachsen. Er musste heimlich vorgehen, Beweise sammeln, sich Unterstützung suchen. Gleich Morgen würde er zu einem anderen Urologen gehen und sich die Hormone bestimmten lassen.

Bevor er sich am nächsten Tag einen anderen Urologen aus dem Telefonbuch heraussuchen konnte, rief ihn schon die Praxis Schüttler an. Er solle gleich vorbeikommen, es sei sehr wichtig. Dort angekommen, wurde Erwin sofort in ein Sprechzimmer geführt. Kurze Zeit später stürmte der Urologe herein. "Nun", knurrte der Arzt "was ist los mit Ihnen? Wie hat das bei Ihnen angefangen? Hat er aufgehört zu schrumpfen? Haben Sie irgendeinen Hinweis darauf, dass es ansteckend ist? Wissen Sie vielleicht mehr, als Sie sagen? Stecken Sie da irgendwie mit drinnen?" Erwin war zunächst sprachlos angesichts dieser Lawine von Fragen. Dann betrachtete er das schweißnasse Gesicht des Arztes und ihm ging ein Licht auf. "Sie auch," krähte er, "Ihrer schrumpft auch." Irgendwie ging es ihm viel besser, jetzt, da er wußte, dass er nicht der einzige war. "Wissen Sie, Hr. Doktor, die Länge eines kleinen Fin..." "Halten Sie den Mund!" brüllte der Arzt los "ich will endlich wissen, was los ist!" Erwin beteuerte, dass er von nichts wisse und Dr. Schüttler, ihm glaubend, sank erschüttert in seinen Stuhl. "Ich habe alles versucht," greinte er, "Hormonuntersuchungen, Entzündungszeichen, Autoimmuntiter, ja sogar eine Biopsie. Aber nichts kam dabei heraus. Ich war auch bei einem Kollegen, aber der erzählte nur den dummen Spruch von dem kleinen Finger". Nun ging es Erwin gar nicht mehr gut. Er hatte seine Hoffnung in den Doktor gesetzt, in die medizinische Wissenschaft. Und die saß nun wie ein Häuflein Elend vor ihm, hilflos vor sich hin weinend. Wortlos verließ er die Praxis.

Zu Hause ließ er sich alles noch einmal durch den Kopf gehen. Hatte Beate nicht einmal erwähnt, dass die Frau von Dr. Schüttler in der gleichen Frauengruppe war wie sie? Jetzt, nachdem er keine andere Hoffnung mehr sah, war es ihm egal, ob seine Überlegungen paranoid waren. Ja, Beate musste dahinter stecken. Bestimmt vergiftete sie ihn langsam. Deswegen auch diese komische Rasiercreme. Aber das konnte nicht alles sein, es hatte schon vor der Creme angefangen. Er musste sehr vorsichtig sein mit dem, was er im Haus an sich heranließ. Die folgende Woche fand er alle möglichen Entschuldigungen, um nicht mit Beate zusammen zu essen. Er kaufte sich eigene Seifen, eine neue Rasiercreme, benutzte nur nagelneue Handtücher, die er selbst gekauft hatte. Zunächst hatte er Angst, das Beate ihn deswegen zu Rede stellen würde, aber dann bekam er noch mehr Angst, als er merkte, dass Beate ihn nur amüsiert beobachtete. Dennoch keimte in ihm Hoffnung auf, dass er dem grausamen Spiel ein Ende gemacht habe. Sieben Tage lang hielt er sich zurück, inspizierte seinen Penis nicht, um eine wirklich signifikante Größenänderung zu erreichen.

Am Abend des achten Tag schloß er sich mit seinem Lineal im Badezimmer ein. Aber schon beim Auspacken wurde ihm klar, dass seine Rechnung nicht aufgegangen war. Die Kontrolle mit dem Lineal erbrachte ein grauenhaftes Ergebnis; noch einmal drei Zentimeter fehlten! Und als ob das nicht schon schlimm genug gewesen wäre, er entdeckte an der Haut seiner Hoden auch noch einige bräunliche Stellen, als ob sie abzusterben begännen! Vor sich hin schluchzend sank er auf den Toilettensitz.

Als Beate anklopfte, öffnete er ohne nachzudenken, ja sogar ohne sich zu bedecken. Es war ja sowieso alles egal. Sie übersah die Lage mit einem Blick und ließ sich auf dem Badewannenrand nieder. "Erwin," sagte sie, "wir müssen reden. Erinnerst Du Dich noch an meine Freundin Sophie aus dem Studium? Von der Du immer als "Emanzenkuh" gesprochen hast? Sie ist inzwischen ein ganz großes Licht am Max-Planck-Institut für Genetik. Sie experimentiert mit Genen, die Körpergewebe unempfindlich gegen männliche Hormone machen. Sie meint, sie könne die mittels eines umgebauten, vermehrungsunfähigen Herpesvirus in die Zellen schleusen, frag mich nicht, wie das geht. Man bräuchte einem männlichen Tier einfach ein paar Tropfen einer Virenlösung in`s Futter kippen und ein paar Wochen später ist seine Männlichkeit völlig futsch. Aber das will sie ja gar nicht, deswegen hat sie einen Stoff gefunden, der die Aktivität der Gene unterdrückt. Je nachdem, wie viel man davon einem solchen Versuchstier gibt, wird es mehr oder weniger männlich sein. Nur ganz vergessen darf man das Mittel nicht, sonst sterben die Hoden innerhalb einiger Wochen ab." Erwin erschauerte bei der Vorstellung. "Sophie sagt, ihre Entdeckung könnte in der Landwirtschaft der große Renner sein. Stiere, weißt Du, sind schwer zu halten, weil sie so aggressiv und herrschsüchtig sind. Aber mit dem Mittel kannst Du genau einstellen, wie männlich sie sein sollen. Und wenn mal einer wegläuft, ist das auch nicht schlimm, innerhalb von zwei Wochen wäre er sanft wie eine Maus, allerdings auch für immer entmannt. Komisch nur, dass Sopie nichts darüber veröffentlicht hat. Stell Dir vor, kein anderer Wissenschaftler der Welt kennt das Verfahren. Ja, selbst wenn die ein entlaufenes Versuchstier untersuchen würden, sie würden nichts finden. Und niemand könnte einem solchen Tier helfen, wenn es nicht regelmäßigen diesen besonderen Stoff bekommt. Hormone zu geben hätte keinerlei Sinn."

Beate sah ihn durchdringend an. "Ich glaube Du verstehst, was ich Dir sagen will. Laß Dir das durch den Kopf gehen, mein Lieber, und dann komm in´s Bett. Die Rasiercreme ist übrigens im Schrank, falls Du sie doch benützen willst. Ach, so langsam verstehe ich, warum Ihr Männer immer solche Machos sein wollt." Sie zwinkerte ihm zu und verließ das Bad. Erwin saß noch lange auf der Klobrille, bis er sich endlich in das Unvermeidliche fügte.

In dieser Nacht bekam er keine Erektion. Aber das war Beate egal. Sie setzte sich einfach auf sein Gesicht.

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