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| der Mann, das spirituelle Wesen |
Es war hart, furchtbar hart. Aber dennoch bin ich dankbar für diese wichtige
Erfahrung, die mein Leben veränderte.
Mir war nicht bewusst gewesen, wie wichtig es für mein Selbstverständnis als
Mensch und Mann war, besser zu sein. Dass es geradezu notwendig für mich war,
leistungsfähiger als Andere zu sein, sie hinter mir zu lassen. Ich sah mich
gerne auf der Überholspur des Lebens, ein Gewinner, ein Mann.
Natürlich wusste ich, dass nicht alle Macht aus mir alleine kam. Aber ich sah
mich als Meister der Schöpfung, als stahlharten, beherrschenden Kern eines mächtigen
Konglomerates aus Mensch und moderner Technologie. Letzten Donnerstag jedoch
wurde ich auf mein kleines, winselndes Ich zurückgeworfen. Vorbei die Allmachtsphantasien,
ich musste mich als der annehmen, der ich war. Kein Meister, sondern ein Spielball
der Gewalten.
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| Gotteserlebnis |
Und ich sah die Mächtigen vorüberziehen, maßlos in ihrer Arroganz. Die, mit
denen ich mich so gerne gemessen hatte, sie sahen nichts in mir, als ein Hindernis
auf ihrem Weg. Sie drängten mich zur Seite wie einen streunenden Hund. Mit Verachtung
hätte ich mich abfinden können, doch die Beiläufigkeit ihrer Missachtung zerriss
mir das Herz.
Ich fühlte Wut, die ohnmächtige Wut des Zu-Kurz-Gekommenen. Eine Weile versuchte
ich zu kämpfen, aber ich fand keine Kraft in mir, nur Hass und gallebitteren
Neid. Verzweifelung umfing mich, ich fühlte mich meiner Würde beraubt, meiner
Manneskraft, all dessen, was mir mein Leben lebenswert erschienen ließ. Ein
Ausgestoßener war ich, von dem strahlenden Gipfel des Ruhmes in die Kloake der
Bedeutungslosigkeit gestürzt.
Und dann, als ich schon dachte, das Ende ist nah, kam plötzlich eine wunderbare Ruhe über mich. Ja, es stimmte, sie waren stärker als ich. Aber das war o.k.. Neid und Hass fielen von mir ab. Ich sah uns alle, die Großen und die Kleinen, die wir die Wege des Lebens bevölkern. Und ich spürte, dass jeder seinen Platz hat, dass auch der Stärkste nur ein Funken ist in der ewigen Nacht.
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| Ringen um Erkenntnis |
Nürnberg-Genf, 700 km Autobahn. Und ich fuhr einen Fiat Cinquecento mit 40
PS. Es war hart, ja furchtbar hart. Aber dennoch bin ich dankbar für diese wichtige
Erfahrung, die mir half, mein Leben neu zu ordnen. Ich habe gelernt, wie verherrend
es sein kann, die falschen Prioritäten zu setzen.
Gleich morgen bestelle ich wieder einen GTI. Von wegen der Quatsch, wir müssen
sparen, damit das Kind studieren kann. Es ist doch eh nur ein Mädchen.
"Demut"
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