Babyzeit

 

17.8.00

Als Andrea nachmittags im Garten arbeitet, sieht sie um 16:30 ein kleines Igelchen mit noch geschlossenen Augen krabbeln. Sie geht von dieser Stelle weg und sieht sich vorsichtig um. Keine Igelmutter in der Nähe. Sie hält sich von diesem Ort fern und ruft einen Tierarzt an. Der empfiehlt noch 2 Stunden abzuwarten. Nach 1/2 Stunde schaut sie wieder nach, immer noch keine Mutter da. Sie entdeckt das Nest mit, wie sie zuerst glaubt, 3 weiteren Igelchen. Später nimmt sie das 1. Igelchen, das sich sehr weit vom Nest entfernt hat, mit jahrelang unbenutzten Handschuhen (wegen dem Geruch) und legt es ins Nest zurück. Später denken wir daran, im Internet nach Informationen über Igel zu suchen. Es finden sich mehrere sehr informative Seiten, z.B.:

Pro Igel e.V (sehr informative Igelhotline auch telefonisch: 0180-5555-9551)

Igelhilfe Berlin

Igelconnection Schwaiger und Umgebung e.V.

Homepage des Vereins "Igelfreunde Stuttgart und Umgebung". Übrigends ein sehr sympatischer Verein, für den zu spenden sich sicherlich lohnt.

Ralf und Gabys Igelpage

 

Tip: einfach selbst bei einer Suchmaschine Seiten suchen. Z.B. mit den Stichworten +Igelbaby +Ernährung bei AltaVista.de.

 

Im Internet finden wir, dass sich Igel, bei denen die Augen noch geschlossen sind, im Allgemeinen nur dann alleine außerhalb des Nestes aufhalten, wenn sie verwaist sind und der Hunger sie heraustreibt. Inzwischen hat es schon zu dämmern begonnen ohne dass die Mutter erschien und wir entschlossen uns, die Igel ins Haus zu holen. Und nun saßen wir da, abends, nach Ladenschluss, mit den, wie es sich inzwischen herausgestellt hatte, 5 hungrigen und erschöpften Igelchen. Dass man Igel mit Kuhmilch in Lebensgefahr bringt, war uns schon vorher klar. Im Netz und bei der Igelhotline erfuhren wir, dass man Igelbabys mit Katzenwelpenaufzugsmilch füttern soll. Aber die gab es in keiner Notdienstapotheke, die wir anriefen. Glücklicherweise erhielten wir über den Tierarzt eine Dose KMR-Katzenwelpenaufzugsmilch (eine Freundin seiner Familie fuhr extra zur Praxis, um sie für uns herauszuholen).

 

Tip: wenn sie selber in so einer Situation sind, versuchen Sie es beim tierärztlichen Notdienst. Welcher Tierarzt Dienst hat steht in der Tageszeitung. Denken sie daran, dass sie außer der Milch auch noch etwas brauchen, mit dem Sie sie verabreichen können. Dazu sind kleine Spritzen (1-2 Milliliter) nicht schlecht, aus “normalen” Tierfläschchen mit Gummisauger können die kleinen Igel nicht gut trinken (wir bekamen vom Tierarzt Puppenfläschchen (Spielzeug), die sehr gut geeignet waren).

 

Schon zuvor hatten wir den Igelchen etwas Wasser verabreicht (da Igelbabys in so einer Situation oft schon ziemlich ausgetrocknet sind, sollte man ihnen als erstes Flüssigkeit verabreichen, bevor mit der Milchfütterung begonnen wird. Fencheltee wird empfohlen, aber den hatten wir nicht da). Jetzt konnten wir ihnen auch Milch in kleinen Portionen verabreichen. Wir benützten dafür zunächst 1-Milliliter-Spritzen (natürlich ohne Nadel), die wir im Haus hatten. Die Fütterung muss generell sehr vorsichtig erfolgen. Verschlucken sich die Tiere kann eine lebensgefährliche Lungenentzündung die Folge sein. Wir brachten die Igelchen in einem Korb unter, den wir mit Frottee-Handtüchern auslegten (Achtung: das war nicht richtig; wie wir später erfuhren, sollte die Auspolsterung mit weniger faserigen Stoffen erfolgen, damit die Igel nicht mit ihren Krallen hängenbleiben). Darunter legen wir eine nicht zu warme Wärmflasche. An eine Seite kommt ein gefaltetes Handtuch, zwischen dessen Schichten die Igel sich wie in einem Nest verkriechen. Den Korb decken wir mit einem dünnen Tuch ab.

 

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ein Igelhaufen im Korb; wie man sieht verwenden wir hier noch die falschen Tücher

(Gute Bilder gibt es erst ab 24.8. Die Bilder davor stammen von einem digitalen Camcorder, bei dem leider das Band schadhaft war. Daher die Fehler am linken Rand)

 

Alle Igel bewegen sich, erscheinen recht gesund, wir brauchen jedoch teilweise sehr lange, bis es gelingt, ihnen mit der Spritze (ganz behutsam) Nahrung zu verabreichen. Einen, der ganz besonders schlecht trinkt, kennzeichnen wir mit einem silbernen Farbfleck an den Stacheln der Stirn (mit einem geruchsarmen Lackstift). Es finden sich keine Verletzungen und bis auf einen extrem lahmen Floh keine erkennbaren Parasiten. Da man die kleinen Igel nicht mit Flohmitteln behandeln soll, erhält statt dessen unser Hund ein solches Medikament, um die Parasiten abzufangen. Tief in der Nacht erfolgt die letzte Fütterung. Nach jeder Fütterung wird den Igeln vorsichtig der Bauch massiert (mit einem angefeuchteten Finger oder einem Wattestäbchen).  Das brauchen sie um Urin und Kot absetzen zu können. In der Natur leckt ihnen die Mutter den Bauch ab, wahrscheinlich wird sie die Resultate (wie auch z.B. eine Hundemutter) aufschlecken, damit das Nest sauber bleibt und nicht verräterisch riecht.

 

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Mühsam ist es schon, das Füttern mit der Spritze
 

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winzig klein und noch völlig blind; ob wir die Igelchen durchkriegen werden?

 

18.08.00

Morgens haben wir als erstes in den Korb gesehen. Gott sei dank, alle Igel leben noch. Jetzt wird erst mal nachgedacht. Die Igel müssen gewogen werden. Sie wiegen zwischen 28 und 32 Gramm. Das Gewicht wird in einer Tabelle notiert, die wir von jetzt an täglich weiterführen (immer zur selben Tageszeit vor der Fütterung). Alle haben noch die Augen geschlossen und besitzen einen nackten Bauch. Damit sind sie zwischen 1 und 2 Wochen alt, ihr Geburtstermin wird ungefähr der 5. August gewesen sein. Stuhl muss gesammelt werden und beim Tierarzt abgegeben werden, da kleine Igel oft Spulwürmer haben (das meinte zumindestens der Tierarzt; lt. Fr. Seewald vom Pro-Igel e.V. kommen diese Parasiten bei kleinen Igeln nicht vor). Nachdem wir schon am Vortag einen Igel kennzeichneten, bekommen nun alle eine Markierung. Obwohl wir uns fest vorgenommen hatten, uns emotional nicht an die Tierchen zu hängen, hat der am Vortag markierte Igel fast unmerklich einen Namen erhalten: Silver. Die anderen nennen wir nach ihren Markierungen (z.B. "vorne-rechts").

 

Tip: Igel können Parasiten haben. Beim Umgang mit den Igeln immer an die Hygiene denken, ganz besonders, wenn sie noch nicht untersucht sind.

 

Andrea, die schon Urlaub hat, bekommt beim Tierarzt kleine Plastikfläschchen mit Gummisauger. Zum Glück gewöhnen sich die Igel relativ schnell an die Fläschchen, damit geht das Füttern einfacher als mit den Spritzen. Auf vielen Igelseiten im Netz werden jedoch die Spritzen vorgezogen. Sie müssen alle 2-3 Stunden gefüttert werden, wobei wir uns in der Nacht eine Pause von 6 Stunden zugestehen. Die Igel fressen noch nicht gut, teilweise braucht Andrea für eine Fütterung so lange, dass sie schon wieder fast mit der nächsten beginnen kann. Igelaufzucht ist in der ersten Zeit ein Vollzeitjob! (zum Glück habe ich noch keinen Urlaub und bin erst abends zu Hause :-) ) Täglich sollen die Babys etwa 25% ihres Körpergewichtes an Milch zu sich nehmen. Wie z.B. vom Pro-Igel e.V. empfohlen machen wir die Welpenaufzugsmilch mit Fencheltee (körperwarm) an. Die Igel sind deutlich lebhafter als am Tag zuvor, scheinen sich schon ein Stückchen erholt zu haben.

 

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Achtung: wir hatten Glück mit den Fläschchen vom Tierarzt;
aus normalen Tierfläschchen konnten die Igel gar nicht gut trinken

 

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das wird wohl Moritz sein, aber genau kann ich es nicht mehr sagen

 

Nach jeder Mahlzeit kommen neue Tücher in den Korb, da sich die Igel auch ohne Bauchkraulen hier und da entleeren. In den folgenden Tagen gehen Andrea langsam die Tücher aus, so dass sie alle möglichen alten Kleidungsstücke benutzt (jetzt aber alles aus eher glatten Stoff ohne abhängende Fasern). Die "Igelfrau" empfielt zum Auspolstern auch z.B. zerissenes Küchenpapier.

Die Frage ist jetzt, was machen wir mit den Kleinen? An das lokale Tierheim wollen wir uns aus verschiedenen Gründen nicht wenden. Zwar haben wir jetzt beide Urlaub, aber es wäre besser, wenn sich jemand mit mehr Sachkenntnis um die Igel kümmert. Außerdem wollen wir in einer Woche verreisen und unser Privatleben ist durch die Notwendigkeit alle 2-3 Stunden zu füttern sehr eingeschränkt. Eine Freundin erinnert sich, dass eine Bekannte öfters von einer "Igelfrau" gesprochen hat und will uns ihre Telefonnummer besorgen.

 

21.08.00

Vorgestern haben wir uns zuerst Sorgen gemacht, weil alle Igelchen um ein paar Gramm abgenommen haben. Aber seitdem haben alle glücklicherweise wieder zugelegt. Wir haben die Telefonnummer der "Igelfrau" erhalten. Die gibt uns viele sehr wertvolle Tips, wird aber in den nächsten Tagen vereisen. Mittlerweile haben wir aber sowieso eine emotionale Bindung zu den Tierchen aufgebaut (obwohl wir uns gerade davor hüten wollten). Die kleinen Igel sind einfach zu süß und bei anderen Leuten fangen sie an zu puffen, sobald sie angefasst werden. Wir schieben die Entscheidung was wir mit den Igel anstellen sollen noch weiter auf.

Das Ergebnis der Stuhluntersuchung ist da. Die kleinen Igel haben Spulwürmer. Wir beglückwünschen uns dazu, dass wir von vornherein daran dachten, uns nach jedem Umgang mit den Tierchen sorgfältig die Hände zu waschen. Wir bekommen ein Mittel um sie zu entwurmen. Die Dosierung ist etwas schwierig, da eine Tablette für 1 kg Lebendgewicht ausreicht. Wir zerbröseln schließlich die Hälfte von ihr, lösen das Pulver in Fencheltee auf und mischen 2/5 davon in die Milch einer Fütterung (alle Igel zusammen wiegen etwa 200g). -Achtung: laut Fr. Seewald vom Pro-Igel e.V. ist ein Spulwurmbefall von kleinen Igeln nicht möglich, eine Entwurmung daher unnötig und zudem gefährlich!-  Gestern haben Silver und "hinten mitte" als erstes ihre Augen geöffnet.

Die Igel sind tagsüber und zum Glück auch in der Nacht sehr still, scheinen fast immer zu schlafen. Nur zu den Fütterungszeiten werden sie lebhaft. Sie suchen den Hautkontakt, genießen es anscheinend auch, wenn man ihnen sanft über die Stacheln streicht. Die Stacheln, die am Anfang noch recht "stumpf" erschienen, werden langsam spitzer. Außerdem scheinen ihnen mehr Stacheln zu wachsen.

 

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so langsam sieht man, dass die Kleinen Stacheltiere sind

 

Wir haben ein Buch bestellt, dass von Pro-Igel e.V. empfohlen wurde. Es ist im Buchladen nicht vorrätig, wird uns aber als Service in den nächsten Tagen (innerhalb der Stadtgrenzen kostenlos) vorbeigebracht. Es scheint so als würde der konventionelle Buchhandel auf die Konkurrenz aus dem Internet reagieren.

Tip: Diese Buch lohnt sich wirklich: Monika Neumeier: "Igel in unserem Garten", Kosmos Verlag, 64 Seiten, 14,90 DM

 

24.08.00

Jetzt haben wir die Igel eine Woche und es geht noch allen gut. Das Buch von Fr. Neumeier ist da. Es ist zwar nicht sonderlich dick, aber dennoch sehr interessant und detailreich. Jetzt können wir auch die Igel nach Geschlecht unterscheiden. Zwar sehen die entsprechenden Organe noch sehr gleich aus, bei den Weibchen befindet sich das Geschlechtsorgan jedoch gleich oberhalb des Afters, während es bei den Männchen deutlich darüber sitzt, etwa da, wo man bei einem Menschen den Nabel vermuten würde. Wir haben 2 Jungs und 3 Mädels. Die letzten Dämme unserer emotionalen Zurückhaltung sind gebrochen. Alle Igel haben jetzt Namen (Silver, Max, Moritz, Silberschwänzchen und Miss Piggi). Wir entschließen uns nicht in Urlaub zu fahren (wir hatten ja noch nichts gebucht) und die Igel zu behalten. Bis Mitte September werden sie ja wohl so selbstständig sein, dass sie es alleine aushalten, wenn Andrea den halben Tag arbeiten geht. Den geflochtenen Korb haben wir als Unterkunft gegen einen "ausbruchssicheren" Plastikkasten eintauschen müssen (natürlich gut gepolstert).

 

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Moritz am 22.8., Gewicht 45 Gramm

 

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22.8.: sehr verblüfft haben mich die schon fast menschenähnlichen "Händchen"

 

Seit 22.8. fotografiere ich die Igel mit der digitalen Kamera. Zuvor hatte ich sie zwar schon jeden Tag mit einem digitalen Camcorder gefilmt, später werde ich aber leider entdecken, dass das Band defekt ist. Alle Igel haben jetzt die Augen offen und sie bekommen langsam Haare auf dem Bauch. Sie werden immer zutraulicher, krabbeln gerne in der Hand herum. Manchmal findet man jetzt schon Überreste ihrer Verdauung im Korb, aber sie scheinen die regelmäßigen Bauchmassagen weiterhin zu brauchen. Sie sind weiter sehr still. Nur wenn einer einmal beim Umlagern alleine ist und sich einsam fühlt, dann ruft er kurze, sehr hohe Laute. Wenn sie sich belästigt fühlen, dann schnaufen sie empört. An der Flasche hängend sind sie kaum davon abzuhalten, den Gumminippel  ganz zu verschlingen. Sie krabbeln dazu in der Hand nach oben, spreizen sich dabei mit ihren Stacheln ein, wie ein Bergsteiger, der einen Felskamin hoch klettert. Dann strecken sie sich mit abenteuerlichen Verrenkungen nach der Flasche. Uns macht zunächst Sorgen, dass sie, wenn sie von der Flasche trinken, nach einer Weile häufig einfach bewegungslos das Maul aufsperren. Unsere Angst, dass sie sich dabei verschlucken, ist aber anscheinend unbegründet. Einige Tage später merken wir, dass sie dabei den Nuckel so mit der Zunge umfassen, dass es zu einem stetigen Milchfluss kommt, den sie, anscheinend ohne groß zu schlucken, in sich hineinlaufen lassen.

Die Igelchen robben größtenteils herum. Ihre Vorderbeine sind schon sehr kräftig, ihre Hinterbeinchen jedoch sehr schwach. Daher zittern sie wie Espenlaub, wenn sie versuchen, aufrecht zu stehen. Wir füttern sie wenn möglich im Garten, dort können sie im Gras krabbeln. Unsere Sorge, dass ihnen das Tageslicht nicht gefällt, erscheint unbegründet.  Unsere Fütterungsmethoden können wir weiter verbessern. Zunächst erkennen wir, dass die Milch besser aus den Fläschchen läuft, wenn man einen kleinen Querschlitz in den Gumminippel gleich unterhalb seines Anschlusses an das Fläschchen macht. Jetzt beginnen wir damit, den Igelchen die Milch auch zum Schlabbern anzubieten. Das ist in einer normalen Schüssel nicht möglich, da die Tierchen immer wieder ihre Schnauze zu tief eintauchen und ihnen die Milch in die Nase läuft (Verschluckungsgefahr!). Aber wenn wir ganz wenig Milch in eine umgedrehte Untertasse füllen, so dass nur der Boden bedeckt ist, schlabbern die Igel problemlos. Wir müssen sie zwar trotzdem mit der Flasche nachfüttern, aber es spart deutlich Zeit.

 

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24.8: Die Igel beim Schlabbern

 

Tip: Kleine Igel können lange Zeit nicht richtig aus einer normalen Schale trinken. Bei zu hohem Flüssigkeitsspiegel besteht die Gefahr, dass sie sich verschlucken! In einer umgedrehten Untertasse können sie jedoch lernen, einen ganz flachen Milchspiegel aufzuschlabbern. Außerdem steht die umgedrehte Untertasse so stabil, dass sie nicht verschoben wird und die flache Steigung können die Igel gut überwinden.

 

Ihre Tischmanieren sind allerdings etwas, hm, rustikal. Besonders Miss Piggi schafft es, beim Trinken aus der Flasche und der Untertasse eine Riesenschweinerei zu veranstalten; so kam sie auch zu ihrem Namen. Silver scheint die Untertasse und auch spätere Trinkgefäße regelmäßig als Örtchen zu gebrauchen. Daher muss man immer wieder kontrollieren, ob die Milch in dem Gefäß noch sauber ist.

Nach dem Füttern haben die Igel regelmäßig einen dicken Milchbauch. Manchmal tritt der so heraus, dass wir uns richtig Sorgen machen. Aber bis zum Beginn der nächsten Fütterung ist er jedesmal wie durch Zauberhand verschwunden. Aus dem Buch von Fr. Neumeier haben wir erfahren, dass unsere Igel deutlich zu leicht für ihr Alter sind. Aber wenn sie so weiterfressen, werden sie das hoffentlich wieder einholen.

 

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24.8.: voller Bauch nach dem Fressen. Übrigens erkennt man hier deutlich das Weibchen.

 

Die Igelchen versuchen jetzt schon sich zu kugeln, wenn sie durch irgendetwas erschreckt werden. So ganz gelingt es ihnen jedoch noch nicht. Sie kratzen sich relativ häufig. Wir glauben, dass sie die neu wachsenden Stacheln jucken. Parasiten sind es nicht, das ergab die Untersuchung durch den Tierarzt.

 

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so ganz klappt das mit der Kugel noch nicht...

 

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"Hi Leute, wie läuft`s?"

 

29.08.00

Seit 26.8. erhalten die Igel zusätzlich eine Fleischpampe. Die Igelfrau hat uns "Hill`s Prescription Diet a/d Canine Feline" empfohlen. Bei den beiden Nachtfütterungen erhalten sie den Fleischbrei, gestreckt mit zerriebenen Haferflocken und Fencheltee, angeboten. Die ersten Tage fressen jedoch nur die großen Igel davon. Bei den Babys kommen jetzt die Zähne durch. Sie beißen jetzt gerne auch mal auf den Gummisaugern herum, verschmähen jedoch auch unsere Finger nicht. Zur Zeit sind sie dabei noch sehr sanft, beißen nicht fest zu. Aber gerade bei den Backenzähnen merkt man doch schon eine gewisse Spitzigkeit. Sie kauen jetzt auch an ihren eigenen Körperteilen herum, nehmen so z.B. gerne die Füße in den Mund, wenn sie auf dem Rücken liegen.

 

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ein weiterer voller Igel (Max). Man erkennt ihn als Männchen, da das Geschlechtsorgan deutlich höher am Bauch liegt als bei einem Weibchen.

 

Tip: lassen Sie niemals die kleinen Igel unbeaufsichtigt in der Wohnung herumlaufen. Sie könnten in irgendwelche schmalen Spalten kriechen, aus denen sie nicht mehr herauskommen, weil sich beim Rückwärtskrabbeln ihre Stacheln verhaken!

 

Die Igel suchen weiter Körperkontakt. Nach der Fütterung tollen sie noch eine Weile im Gras herum. Setzt oder legt man sich zu ihnen, ist man schnell von einer neugierigen Horde umringt, die sich an Arme und Beine anschmiegt und versucht in Ärmel und Hosenbeine zu krabbeln. Wir haben uns angewöhnt, jedes am vor dem Aufstehen sorgfältig die gesamte Umgebung abzusuchen, um nicht aus Versehen einen Igel zu zerquetschen.

 

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Vorsicht Igelgefahr! Die neugierigen Kleinen zwängen sich besonders gerne in Hosenbeine und Ärmel

 

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was nur geht wird angeschlabbert oder angekaut

 

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hier sieht man gut, wie der Igel beim Füttern das Maul weit aufsperrt, statt zu saugen (siehe Text vom 24.8.)

 

Die Igel sind jetzt deutlich aufmerksamer und schnell alarmiert. Während sie sich am Anfang aus lauten Geräuschen nicht viel machten, erschrecken sie jetzt schon bei einem kleinen Husten. Sie zucken dann zusammen und kugeln sich leicht ab. Sie können sich jetzt auch richtig einrollen. Dazu kugeln sie nicht etwa nur den Körper ab sondern sie ziehen ihre Stachelhaut auch noch über dem Bauch wie einen Gummiregenmantel zusammen. Sind sie vollständig eingerollt, kann man kaum noch ihre Nase erkennen, sie sind wirklich ein einziger Stachelball. Wenn sie etwas stört, dann fangen sie an zu schnaufen, manchmal schnauben sie auch vernehmlich. Einige Male haben wir sie keckern hören. Wir wissen aber nicht, was das zu bedeuten hat. Gerade Moritz meldet sich gerne auch mal mit mehreren kurzen Quieklauten zu Wort, wenn er sich alleine fühlt.

 

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Max, fast vollständig zusammengerollt

 

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jetzt lugt er vorsichtig heraus

 

Bisher massieren wir den Igeln weiter den Bauch, auch wenn ihre Unterkunft deutlich zeigt, dass sie auch zwischen dieser Körperpflege durchaus Urin und Kot absetzen können. Allerdings kommt es immer öfters vor, dass unser Kraulen keinen Erfolg hatte, da sich die Igel schon zuvor entleert haben. Wir beschließen daher, in den nächsten Tagen mit dem Bauchmassieren aufzuhören.

 

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Igel bei der Bauchmassage

 

01.09.00

In den letzten Tage haben sich unsere Igel wieder weiter entwickelt. Sie können jetzt richtig flott laufen, wenn sie nicht gerade zu vollgefressen sind. Wir lassen sie bei und nach den Fütterungen eine Weile im Garten laufen, wobei wir aber aufpassen müssen, dass sie nicht zu weit weglaufen. Gerade am Abend sind sie besonders lebhaft, so langsam merkt man, dass es nachtaktive Tierchen sind. Sie durchstreifen das Gras und versuchen alles zu fressen, was sie finden, von Grashalmen über Holzstückchen bis hin zu Erde. Hier und da erwischt einer sogar schon eine kleine Schnecke oder einen Käfer. In dem Buch haben wir gelesen, dass die Igel dadurch, dass sie alles mögliche probieren, herausfinden, was für sie verwertbar ist.

 

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Silver beim Durchstöbern des Grases

 

Jedesmal, wenn sie etwas neues gegessen haben, bespeicheln sie sich. Dabei lecken sie den Brei aus "Speise" und Speichel unter Verrenkungen in die Stacheln auf ihrem Rücken. Igel haben ein besonderes Geschmacksorgan zwischer Nasen- und Rachenhöhle, das Jacobsonsche Organ. Beim ersten Kosten vermengen sie den neuen Geschmacksstoff mit viel schaumigen Speichel, so dass das Jacobsonsche Oran den neuen Eindruck gut erkennen kann. Danach reinigen sie es wieder, in dem sie den Speichel auf dem Rücken verlecken.

 

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Moritz beim Bespeicheln

 

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und so hängt der Speichelbrei danach in den Stacheln

 

Die Igel sind noch deutlich aufmerksamer, teilweise beinahe schreckhaft geworden. Bei unerwarteten Geräuschen kugeln sie sich schnell zusammen. Wir halten das für ein gutes Zeichen, da sie eine natürliche Vorsicht zu entwickeln scheinen. Sie verbringen jetzt bei guten Wetter einen großen Teil des Tages im Garten, wo Andrea ihnen das Oberteil eines großen Hasenkäfigs als Laufstall eingerichtet hat. Dort können sie herumstromern und sich, wenn sie müde sind, in die Falten des ausgelegten Stoffes zum Schlafen zurückziehen. Gleichzeitig sind sie geschützt vor Raubvölgeln, Katzen und was alles sonst noch einem jungen Igel gefährlich werden kann.

 

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Igelchen im "Laufstall"

 

Manchmal machen sie sich jetzt gegenseitig an, wenn z.B. einer von den anderen vom Futternapf gedrängt wird. Besonders Miss Piggi ist da gerne etwas giftig. Aber es bleibt immer beim empörten Schnaufen und abkugeln. Alle Igel haben jetzt ein wirklich individuelles Aussehen entwickelt, ein Gesicht und eine Persönlichkeit. Sie haben richtig Fell bekommen und sind zwischen 94 (Moritz) und 167 (Silver) Gramm schwer. Damit sind sie laut Tabelle immer noch zu leicht für ihr vermutetes Alter. Aber sie entwickeln sich gut und Silver erscheint uns schon etwas, hm, sagen wir mal fleischig, um höflich zu bleiben. Wir füttern ihr weiterhin so viel wie sie mag, denn schließlich sollte sie bis zum Winter so viel wie möglich an Gewicht zulegen.

Die Igel erhalten nur noch 6x am Tag Futter, zusätzlich bekommen sie immer wieder mal ein Milchschälchen in den "Laufstall" gestellt. Wasser steht ihnen immer zur Verfügung. Heute haben sie zum ersten Mal auch zerdrücktes Rührei (besser kein rohes Ei, darauf bekamen die Igel, wie weiter unter beschrieben, Durchfall) bekommen, das ihnen besser zu schmecken scheint als der Fleischbrei. Sie saufen teilweise recht gut aus den Schalen, teilweise müssen wir sie jedoch auch mit den Fläschchen füttern. Wir haben sie gestern mit Nagellack nachmarkiert, aber das war nicht der Hit. Er brauchte lange Zeit um auszudünsten und der Geruch schien die Igel zu stören. Der Lackstift, mit dem wir die ersten Markierungen durchführten, hielt zwar nicht besonders lange, dafür war er sehr geruchsarm.
 

 

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Silver, 167 Gramm

 

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Max, 140 Gramm

 

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Miss Piggi, 115 Gramm

 

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Silberschwänzchen, 105 Gramm

 

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Moritz, 94 Gramm

 

So zutraulich sie Igel auch sind, dürfen wir nicht vergessen, dass es Wildtiere sind, die auch wieder wild werden sollen. Da sie vom Gewicht her noch sehr hinterherhinken, ist es wahrscheinlich, dass sie ihren ersten Winter noch bei uns verbringen werden. Spätestens danach werden sie dann ausgewildert, sobald sie nach dem Winterschlaf wieder genug zugenommen haben. Dafür werden wir wahrscheinlich einige der Igel, am ehesten die Jungs, zu Freunden auf dem Land bringen. Zwar leben wir am Stadtrand und es gibt hier viel freies Land. Aber die Igel müssten doch recht weit wandern, um sich so zu verteilen, dass alle ein ausreichendes Nahrungsangebot haben. Und das erscheint uns mit all den Straßen und Autos sehr gefährlich.

Tja da wird auch noch einiges auf uns zukommen. Bald wird ihnen der "Laufstall" zu klein werden, aber einfach frei laufen lassen können wir sie auch noch nicht. Da muss ein großes Freigehege im Garten eingerichtet werden, oder vielleicht sogar mehrere, falls die Igel sich untereinander irgendwann nicht mehr verstehen. Wir brauchen Igelbehausungen für sie, ein Futterhaus und noch so einiges. Aber bis jetzt ging alles gut und ich hoffe, dass es auch in Zukunft so sein wird.

 

07.09.00

Es gab ein paar Entwicklungen, die für andere in ähnlicher Situation ganz interessant sein können. Zum Beispiel haben wir, nachdem wir uns zuerst Sorgen machten, festgestellt, dass sich die Farbe des Kots der Igel von hellgrün bei Milchnahrung zu dunkelbraun bei Fleischnahrung ändert. Ausserdem verstehen wir jetzt, warum im Netz normalerweise zu finden ist, dass man Igelbabys nur schlecht mit einer Flasche füttern kann. Nachdem die Sauger, die wir vom Tierarzt geschenkt bekommen haben, abgenutzt waren, besorgten wir uns kleine "richtige" Fläschchen. Aber wir konnten die Igelchen kaum überreden daraus zu trinken. Die Frau des Tierarztes erklärte uns, dass die Sauger, die wir zuerst erhielten, ideal für alle möglichen Tierbabys sind. Aber leider sind sie nicht im Fachhandel zu beziehen. Es handelte sich um einen Restposten Sauger für Puppenfläschchen, die der Tierarzt durch Zufall erhielt. Die herkömmlichen Artikel für die Tierernährung sehen zwar wesentlich professioneller aus, werden von den jungen Tieren aber leider nicht so gut angenommen. Leider hatte der Tierarzt nur noch einige wenige Sauger (die er netterweise noch einmal mit uns teilte). Wenn jemand eine Ahnung hat, wo man diese Puppenflaschen-Sauger bekommen kann, dann sagt doch bitte Bescheid.

 

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eine handelsübliche Flasche für Tierbabys. Die Igel trinken ungern daraus, da der Sauger nicht weich genug ist. Die Flasche selbst verträgt kein kochendes Wasser.

 

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die ideale Lösung, leider kaum zu finden. Sauger von einer Spielzeugflasche für Puppen, einfaches Medikamentenfläschchen des Tierarztes. Laut Tierarzt ideal für alle möglichen kleinen Viecher.

 

Den Igeln geht es weiterhin gut. Silberschwänzchen und vor allen Moritz machten uns etwas Sorgen, weil sie einige Zeit nicht so recht zunehmen wollten und deutliche Probleme mit der Umstellung auf Fleisch hatten. Aber inzwischen fressen auch sie immer wieder gute Portionen. Das oben erwähnte Fleischfutter "Hill`s Prescription Diet a/d Canine Feline" schmeckt den Igeln übrigends deutlich schlechter als handelsübliches Katzendosenfutter aus dem Bioladen. Für die erste Zeit hat es aber den Vorteil, dass es eine sehr weiche Paste ist und deshalb von den Kleinen leicht gefressen werden kann. Wir aber füttern jetzt das Katzenfutter, das wir mit ein paar zerieben Haferflocken und ein klein wenig warmen Wasser durchmengen. Ausserdem erhalten die Igelchen hier und da Rinderhack und kleine Mengen Rührei. Auf rohes Ei haben sie mit Durchfall reagiert. Zu jeder Mahlzeit stellen wir ihnen eine gute Portion Milch (natürlich die Katzenwelpenaufzugsmilch!) in einer Schale hin, Wasser ist ihnen immer verfügbar. Moritz gewöhnten wir an das Fleisch, in dem wir ihm einige Tage lang immer wieder kleine Mengen dicker angerührte Milch (sahneartige Konsistenz) über das Katzenfutter gossen. Dabei achteten wir natürlich darauf, dass er genug "normale" Milch trank und damit genügend Flüssigkeit bekam. Das Fläschen brauchen wir zum Glück nicht mehr.
Die Igel sind jetzt, sofern es das Wetter zulässt, tagsüber im Garten. Andrea hat ihnen einen kleinen Plastikeimer mit Stoff und Stroh ausgepolstert, so dass sie es auch bei den derzeitigen Temperaturen warm haben. Dort scheinen sie sich sehr wohl zu fühlen.

 

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alle Igel sind "im Eimer"

 

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Silver guckt neugierig hinaus

 

Nachts holen wir sie in die Wohnung. Dort haben wir das Unterteil des Käfigs, den wir als "Laufstall" benutzen, als Schlaf- und Wohnraum hergerichtet. Der alte Plastikkasten ist schon längst viel zu klein geworden. In ihrem neuen Reich können die Igel jetzt wenigstens nachts auch ein wenig herumlaufen. Wir stellen ihnen immer etwas Fressen und Wasser hinein, müssen die Schälchen aber häufig austauschen, weil die Igel sie als Toilette verwenden. Die Igel nachts im Garten zu lassen, wie es eigentlich richtig und natürlich wäre, wagen wir noch nicht.

Übrigens ersparen wir uns viel Mühe, indem wir den Boden der Igelstätte mit biologischem Kleintierstreu (Holzflocken, keine Sägespäne!) auslegen, statt mit Zeitungen. Das ist wesentlich hygienischer, man kann den Kot leicht entfernen und muss den Belag wesentlich seltener am Tag völlig auswechseln. Den Igeln scheints zu gefallen. Zunächst versuchten sie die Holzflocken zu fressen, dann bespeichelten sie sich ausgiebig und nun sind sie hochzufrieden.

(Später werden wir jedoch wieder zu Zeitungen wechseln. Das Streu war nur eine kurze Zeit von Vorteil, in der die Igel sehr oft und viel Kot absetzten. Siehe hierzu auch die Anmerkungen von Fr. Seewald.)

 

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das Igelgemach. Zwar noch kein Freigehege aber doch gross genug, um Nachts ein wenig herumzupesen.

 

Leider gibt es keine schönen neuen Bilder. Das Wetter ist und bleibt miserabel, das Licht ist daher schlecht. Und da die Igel sich kategorisch weigern, still zu sitzen und "Cheese" zu sagen, werden alle Fotos verwackelt und unscharf. Ich möchte sie nicht mit einer hellen Lampe oder mit dem Blitz quälen.

Im Vergleich zum Anfang dieser Geschichte sind die Igel jetzt beinahe riesig. Sie sind immer noch sehr zutraulich. Steckt man nur die Hand in ihren "Stall", dann kommen gleich ein paar angekrochen, lecken und knabbern an der Hand, lassen sich am Kopf und Bauch kraulen und klettern oft richtig auf die Hand herauf. Hoffentlich werden sie nicht zu zahm; hier bei Geocities habe ich eine amerikanische Seite gefunden, die sich mit Igeln als zahmen Haustieren beschäftigt. Unsere aber sollen ihr natürliches Leben führen.

Miss Piggi ist weiterhin ein ziemliche Giftnudel. Bei den kleinsten Anlässen kugelt sie sich zusammen und zischt. Uns gegenüber ist sie allerdings die Liebeswürdigkeit in Person. Silver wird immer gößer, erscheint aber nicht mehr ganz so fett. Max kekkert manchmal vor sich hin, ist weiter der 2.-größte, gutmütig und ruhig. Moritz pest durch die Gegend, ist immer mit etwas beschäftigt, leicht abgelenkt, quirlig wie ein Frühlingswind (gibt es eigentlich hyperaktive Igel?). Und Silberschwänzchen schließlich ist eine ganz liebe. Sie sucht vielleicht am meisten die Nähe und hat von allen noch die weichesten Stacheln (was es auch angenehmer macht, ihr Nähe zu geben).

Alles in allem sind wir jetzt sehr froh, dass die Igel schon so groß sind. Jetzt ist die Arbeit mit ihnen nicht mehr ganz so groß. Hätten wir vorher gewusst, wieviel Mühe die lieben Kleinen verursachen, hätten wir Gott und die Welt in Bewegung gesetzt, um sie z.B. über ein Tierheim bei jemanden anders unterzubringen. Wir haben unsere Igelchen zwar sehr gerne, aber wenn die Aufzucht vorbei ist, werden wir 3 Kreuze schlagen.

weiter gehts im Kapitel "Igelkinder"

 

Babyzeit - Igelkinder - halbstarke Igel - Abschied - Fehler

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